This year’s Driburger Kreis will be hosted in Prague, Czech Republic, from Monday, September 7 to Wednesday, September 9, 2026. We will host a networking event on Monday in the late afternoon and organise some get-togethers in the evenings. You will find the details of the programme below, as well as information on accommodation and financial support.
Participation is free (but only open to guests between a Bachelor’s degree and pre-habilitation). Please register for participation by filling in the form below by August 25. This also applies to presenters.
Networking Event (additional information to follow)
18:30 – Joined dinner (place to be named later)
Introduction
Das leere Fenster: Unsichtbarmachungen und Pestimaginationen in der visuellen Kultur des 16. Jahrhunderts
Jenny Merker
Movement Made Visible. Max Wolf, Carl Pulfrich and the Photographic Observation of Minor Planets
Lena Kasten
Making Outer Space “cheap”? OTRAG, Satellite Infrastructures and private Enterprise
Florian Fockelmann
Unsichtbare Physikerinnen und Astronominnen? Übersichtswerke der Physik- und Astronomiegeschichtsschreibung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Colleen Seidel
Parallele Personae: der Wissenschafler und seine Ehefrau
Pauline Gerards
Unseen within the Invisible: Women at Physicists’ Kruzhok, Saint Petersburg, 1907-1912
Anastasia Auman
Representation of Spiritism and Metapsychology in Czech Scientific Discourse Around 1920
Nikola Plíšková
Strahlenforschung zwischen wissenschaftlicher Medizin und okkulten Wissensräumen in der BRD 1950-1980
Marcel Philipp Smolinski
Das ‚verhaltensauffällige‘ Kind – (un)sichtbare, interdisziplinäre Praxis zwischen deutscher Pädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kinderkrankenhäusern der 1920er-Jahre
Natalie Rath
„Für eine freudige Mutterschaft!“ Die Visualisierung von Wehenschmerz als Versuch biopolitischer Kontrolle in der stalinistischen Sowjetunion
Lisa Füchte
No Vision, no Pain? – A Cultural Study on Endometriosis
Sophie Wagner
18:30 – Joined dinner (place to be named later)
Epistemische Unsichtbarkeit der Depression und klassifikatorische Vereinheitlichungsversuche. Eine kleine Kulturgeschichte der Depressionsdiagnosen in der DDR
Jonas Mileta
Zur historiographischen Erfassung unsichtbarer Glücksspieler:innen in der Bundesrepublik Deutschland
Sophia Gröschel
Making Visible the Political Dimension of Knowledge Production: A Case Study of Neuroscientific Knowledge Production in the 1990s Decade of the Brain
Wessel de Cock
Die Sichtbarmachung unsichtbarer Wirbel: Peter G. Taits Beitrag zur Knotenklassifikation im 19. Jahrhundert
Stefan Walberer
A Culture of Knowledge Consumed on Paper: Natural Philosophy in the Journal des Luxus und der Moden
Jitse Taveirne
Invisible, stinky, salty. On the History of Knowledge of Fish Consumption
Paula Pessoa Hanitzsch
Bringing Hidden Sources to Light: Aloys Sprenger, Translations and Science in Colonial India
Paul Schillinger
Scientific Practice and Institutional Prestige. Anthropological Studies of Germano Correia in Portuguese India
Szymon Głąb
Unsichtbare Natur. Tiere und biopolitische Diskurse in völkischen und nationalsozialistischen Raumkonstruktionen zwischen 1918–1938
Maximilian Preuß
Verdinglichte Entwicklungen
Leonard Damhorst
The New Man at Work: Socialist Psy-disciplines and Labour in Cuba and Czechoslovakia
Alicia Cabaleiro García
End Discussion
18:30 – Joined dinner (place to be named later)
Please note that we do not provide accommodation. Participants are expected to organise their own stay. There are several hotels and hostels in Prague city centre, where the conference will take place; however, we recommend booking via AirBnB, as this is often cheaper and more convenient.
The address for the conference is:
Masarykův ústav a Archiv AV ČR, v. v. i.
Gabčíkova 2362/10
The GWMT will again award travel grants of €300 this year for participants of the Driburger Kreis who also attend the GWMT annual conference in Prague. A limited number of these grants is available and will be awarded on a first-come, first-served basis. Applicants are only required to complete the application form and send it by 20 August 2026 to the society’s secretary, Nadine Metzger (nadine.metzger@fau.de).
This year’s Driburger Kreis takes place at the Masaryk Institute and Archives of the Czech Academy of Sciences in Prague. The GWMT conference, which will be held immediately after the DK conference, will also take place there and in nearby buildings.
Bei der am 23. und 24. September 2025 stattfindenden Jahrestagung des Driburger Kreises unter dem Titel „Jagen & Sammeln“ kamen etwa 20 Early Career-Wissenschaftler:innen zusammen, um in insgesamt zwölf Beiträgen verschiedene Aspekte des Jagens und Sammelns in der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte aufzuzeigen. Das Jagen und Sammeln von Tieren, Gegenständen und, in abstrakterer Form, auch von Wissen an sich, ist seit dem Aufkommen menschlicher Gesellschaften nicht aus unserem Leben wegzudenken und essenziell mit wissenschaftlicher Forschung verknüpft. Das spiegelte sich bei der Tagung in dem breiten Spektrum an Herangehensweisen an und Perspektiven auf das Thema, was von Fallstudien zu methodologischen Reflexionen reichte.
Den Auftakt machte PASCAL HOPFENDORF (Heidelberg) mit seiner Beschäftigung mit der Rezeption des Indienfeldzuges Alexanders des Großen 326 v. Chr. Mit LUISA VÖGELE (Tübingen) wurde das Publikum mit den Kunstkammern der Herzog*innen von Württemberg vertraut gemacht. Dass das Jagen nach neuen Himmelskörpern nicht alles ist, um ein umfangreiches Verständnis über sie zu bekommen, zeigte JANNA MÜLLER (Cambridge) bei ihrer Vorstellung der explorativen Beobachtungspraktiken William Herschels in der physischen Astronomie um 1800. FREDERIK VONTZ (Augsburg) wiederum zeigte, wie Handwerkschirurgen im 18. Jahrhundert in Augsburg selbst nach ihrem anatomischen Wissen jagen mussten. Ebenfalls aus der Medizingeschichte war der Vortrag von EVA HEITZENBERGER-WEISER (Salzburg). Sie stellte vor, wie Mediziner in und um Salzburg in ein komplexes bürokratisches Geflecht eingespannt waren, um die Räume von Krankheiten zu erfassen.
CHARLOTTE VALLASTER (Regensburg) stellte den britischen Psychiater Ronald D. Laing und dessen Hinwendung zur Anti-Psychiatrie-Bewegung im 20. Jahrhundert vor. Anhand zweier Aufnahmen aus den sogenannten Heidelberger Kinderklinikalben präsentierte NATALIE RATH (Heidelberg/Berlin), wie in der dortigen Luisenheilanstalt Photographien genutzt wurden, um einerseits ein bestimmtes Bild der Pädiatrie Anfang des 20. Jahrhunderts nach außen zu zeigen, und andererseits nach innen identitätsstiftend zu wirken. Wie mithilfe der Möglichkeiten der Digitalisierung neue Forschungsthemen oder gar -felder erjagt werden können, zeigte MARIUS HUG (Berlin) vom Deutschen Textarchiv (DTA). Dieses umfasst neben umfangreichen Sammlungen von Belletristik, Zeitungen und Gebrauchsliteratur aus dem 17. bis 20. Jahrhundert auch einen dichten Bestand an wissenschaftlichen Texten und Zeitschriften aus diesem Zeitraum. LEON RETZ (Jena) beleuchtete die Anfänge der wissenschaftlichen Karriere Ernst Haeckels, die von seiner Sammlungstätigkeit geprägt waren und mit den Radiolarien sein Streben nach einer Verbindung von Ästhetik und Naturforschung begründeten.
PER HORN (Darmstadt) präsentierte ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte – den sexuellen Missbrauch indigenen Frauen und Mädchen durch deutsche Kolonisten in der Kolonie Deutsch-Neuguineaaufgearbeitet anhand der Akten von 12 Gerichtsprozessen, in denen die Betroffenen ihre Peiniger anzeigten – allerdings ohne juristische Konsequenzen.
Die letzten beiden Vorträge beleuchteten Sammlungen, die kolonialen Ursprungs sind. MAXIMILIAN PREUSS (Kassel) stellte die Jagdtrophäensammlung vor, die sich in den Archiven der von 1898 bis 1945 betriebenen Deutschen Kolonialschule Witzenhausen finden. Die Diskussion wurde um mehrere kritische Dimensionen erweitert, als es im letzten Vortrag um die Rasseschädelsammlung aus Marburg ging. KATRIN WEBER (Marburg) zeigte, wie dort ab Ende des 18. Jahrhunderts eine umfangreiche Sammlung an Schädeln aufgebaut wurde, um die Physiognomie und damit verbundene vermeintliche Eigenschaften unterschiedlicher Menschenrassen zu illustrieren.
Auf die Beiträge folgte eine intensive Diskussion des Tagungsthemas, seinen aktuellen Bezug zur wissenschafts-, medizin- und technikhistorischen Forschung sowie Metareflexionen zu Praktiken des Jagens und Sammelns in der Wissenschaft selbst. Daran anschließend wurde aus einem großen Pool an Vorschlägen das Tagungsthema für die Jahrestagung 2026 gewählt: Unsichtbar.
Die Jahrestagung 2026 des Driburger Kreises findet im September 2026 statt. Weitere Informationen dazu sowie der Call for Paper finden sich zu gegebener Zeit auf H-Soz-Kult sowie auf unserer Homepage www.driburgerkreis.de und über unseren Newsletter.
Der Driburger Kreis organisiert regelmäßig Veranstaltungen für Early Careers aus der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte. Er ist unabhängig und wird geleitet von Early Careers.