Veranstaltung

Driburger Kreis

Dieses Jahr vor Ort vom Montag, 22. September, bis zum Mittwoch, 24. September in Dresden

Dieses Jahr findet der Driburger Kreis in Dresden von Dienstag, 23. bis Mittwoch, 24. September statt. Vorab richten wir am Montag, den 22. September am Spätnachmittag einen Workshop sowie unseren bewährten Kennenlernabend in einem Restaurant in Dresden aus.

Informationen und Anmeldemöglichkeit zum Workshop sowie das Programm und Hinweise zur Unterkunft finden sich weiter unten auf dieser Seite.

Wenn Du am Driburger Kreis in Dresden dabei sein willst, melde Dich bitte bis spätestens 19. September über das Anmeldeformular unten an.

Programm

Driburger KReis

Montag, 22. September

17:00 - 18:30 Uhr

Workshop: Tagungen & Veranstaltungen organisieren

 

19:30 Uhr – Geselliges Abendessen im Burgerlich

Dienstag, 23. September

09:30 - 10:00 Uhr

Einführung

10:00 - 10:30 Uhr

Am Ende der Welt? Die Jagd nach mythologischen Bezügen auf dem Indienzug Alexanders des Großen zwischen Welterkundung und Welteroberung

Pascal Hopfendorf

 

10:30 – 11:00 Uhr – Teepause

11:00 - 11:30 Uhr

Vom Sammeln, Ordnen und der Frage nach der Kunst – Die Kunstkammer der Herzog*innen von Württemberg

Luisa Vögele

11:30 - 12:00 Uhr

Exploratives Beobachten in der „physischen Astronomie“ um 1800

Janna K. Mueller

 

 

12:00 – 13:30 Uhr – Mittagspause

 

13:30 - 14:00 Uhr

Die Jagd der Handwerkschirurgen nach anatomischen Kenntnissen im 18. Jahrhundert am Beispiel der Collegia anatomica et Chirurgica zu Augsburg

Frederik Vontz

14:00 - 14:30 Uhr

„zur Verbesserung des Sanitätswesens“. Sanitätsberichte und medizinische Topographien

Eva Heitzinger-Weiser

 

 

14:30 – 15:00 Uhr – Kaffeepause

 

15:00 - 15:30 Uhr

Wahnsinn als Reaktion auf eine entfremdete Gesellschaft? Der Antipsychiater Ronald D. Laing in den 1960er Jahren

Charlotte Vallaster

15:30 - 16:00 Uhr

Sammeln, Ordnen, Überliefern: Die Sammlung der Heidelberger Kinderklinik

Natalie Rath

 

16:00 – 16:30 Uhr – Teepause

16:30 - 17:00 Uhr

Von Paradiesvögeln und Riesenkaninchen – Auf der Jagd nach neuen Forschungsfragen mit den Sammlungen des DTA

Marius Hug

 

18:30 Uhr – Geselliges Abendessen im Wilma Wunderlich

Mittwoch, 24. September

09:00 - 09:30 Uhr

Haeckel und die Radiolarien: Finden, fangen, verarbeiten

Leon Retz

09:30 - 10:00 Uhr

„…die frühe Reife in den Tropen“. Sexualisierte Gewalt gegen indigene Frauen im kolonialen Rechtssystem in Deutsch-Neuguinea, 1899-1914

Per Horn

10:00 – 10:30 Uhr – Kaffeepause

10:30 - 11:00 Uhr

Zwischen Ratlosigkeit, Triumph und Scham. Koloniale Jagdtrophäen und ihre Jagd- und Sammlungspraxis

Maximilian Preuss

11:00 - 11:30 Uhr

Sammeln um des Sammelns willen? Einblicke in die Marburger „Rassenschädelsammlung“

Katrin Weber

11:30 – 11:45 Uhr – Kaffeepause

11:45 - 12:15 Uhr

Vorstellung AG Mittelbau

12:15 - 13:30 Uhr

Abschlussbesprechung und Organisatorisches

Unterkunft

Hotelzimmer buchen

Du bist selbst dafür verantwortlich, eine Unterkunft zu organisieren. Das lokale Veranstaltungsteam der GWMt-Tagung hat freundlicherweise ein Kontingent im Gästehaus am Weberplatz für Teilnehmende am DK reserviert:

Gästehaus am Weberplatz
EZ 99,92€/Nacht (inkl. Frühstück)
Weberplatz 3, 01217 Dresden
Nahverkehr zum Tagungsort: 15min

Buchungskennwort: GWMT-Tagung
Deadline: 22.08.2025

GWMT

Reisekostenstipendien

Die GWMT vergibt auch in diesem Jahr wieder Reisekostenzuschüsse in der Höhe von 300 Euro für Teilnehmende am Driburger Kreis, die gleichzeitig an der Jahrestagung der GWMT in Drseden teilnehmen. Insgesamt stehen max. 7 solcher Reisekostenzuschüsse zur Verfügung, sie werden nach Reihenfolge des Eingangs vergeben. Notwendig ist lediglich, das Antragsformular auszufüllen und bis zum 20. August 2025 an die Schriftführerin der Gesellschaft, Nadine Metzger (nadine.metzger@fau.de) zu schicken.

TU Dresden

Veranstaltungsort

Der diesjährige Driburger Kreis findet an der TU Dresden statt. An den ersten beiden Tagen werden wir im Raum A251 im Bürogebäude Zellscher Weg 17 sein, am Mittwoch sind wir dann im Zeuner-Bau, Raum 146 – nahe der Veranstaltungen der GWMT Tagung, die im Anschluss stattfindet.

von Torsten Bendl

Tagungsbericht

Bei der am 23. und 24. September 2025 stattfindenden Jahrestagung des Driburger Kreises unter dem Titel „Jagen & Sammeln“ kamen etwa 20 Early Career-Wissenschaftler:innen zusammen, um in insgesamt zwölf Beiträgen verschiedene Aspekte des Jagens und Sammelns in der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte aufzuzeigen. Das Jagen und Sammeln von Tieren, Gegenständen und, in abstrakterer Form, auch von Wissen an sich, ist seit dem Aufkommen menschlicher Gesellschaften nicht aus unserem Leben wegzudenken und essenziell mit wissenschaftlicher Forschung verknüpft. Das spiegelte sich bei der Tagung in dem breiten Spektrum an Herangehensweisen an und Perspektiven auf das Thema, was von Fallstudien zu methodologischen Reflexionen reichte.

Den Auftakt machte PASCAL HOPFENDORF (Heidelberg) mit seiner Beschäftigung mit der Rezeption des Indienfeldzuges Alexanders des Großen 326 v. Chr. Mit LUISA VÖGELE (Tübingen) wurde das Publikum mit den Kunstkammern der Herzog*innen von Württemberg vertraut gemacht. Dass das Jagen nach neuen Himmelskörpern nicht alles ist, um ein umfangreiches Verständnis über sie zu bekommen, zeigte JANNA MÜLLER (Cambridge) bei ihrer Vorstellung der explorativen Beobachtungspraktiken William Herschels in der physischen Astronomie um 1800. FREDERIK VONTZ (Augsburg) wiederum zeigte, wie Handwerkschirurgen im 18. Jahrhundert in Augsburg selbst nach ihrem anatomischen Wissen jagen mussten. Ebenfalls aus der Medizingeschichte war der Vortrag von EVA HEITZENBERGER-WEISER (Salzburg). Sie stellte vor, wie Mediziner in und um Salzburg in ein komplexes bürokratisches Geflecht eingespannt waren, um die Räume von Krankheiten zu erfassen.

CHARLOTTE VALLASTER (Regensburg) stellte den britischen Psychiater Ronald D. Laing und dessen Hinwendung zur Anti-Psychiatrie-Bewegung im 20. Jahrhundert vor. Anhand zweier Aufnahmen aus den sogenannten Heidelberger Kinderklinikalben präsentierte NATALIE RATH (Heidelberg/Berlin), wie in der dortigen Luisenheilanstalt Photographien genutzt wurden, um einerseits ein bestimmtes Bild der Pädiatrie Anfang des 20. Jahrhunderts nach außen zu zeigen, und andererseits nach innen identitätsstiftend zu wirken. Wie mithilfe der Möglichkeiten der Digitalisierung neue Forschungsthemen oder gar -felder erjagt werden können, zeigte MARIUS HUG (Berlin) vom Deutschen Textarchiv (DTA). Dieses umfasst neben umfangreichen Sammlungen von Belletristik, Zeitungen und Gebrauchsliteratur aus dem 17. bis 20. Jahrhundert auch einen dichten Bestand an wissenschaftlichen Texten und Zeitschriften aus diesem Zeitraum. LEON RETZ (Jena) beleuchtete die Anfänge der wissenschaftlichen Karriere Ernst Haeckels, die von seiner Sammlungstätigkeit geprägt waren und mit den Radiolarien sein Streben nach einer Verbindung von Ästhetik und Naturforschung begründeten.

PER HORN (Darmstadt) präsentierte ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte – den sexuellen Missbrauch indigenen Frauen und Mädchen durch deutsche Kolonisten in der Kolonie Deutsch-Neuguineaaufgearbeitet anhand der Akten von 12 Gerichtsprozessen, in denen die Betroffenen ihre Peiniger anzeigten – allerdings ohne juristische Konsequenzen.

Die letzten beiden Vorträge beleuchteten Sammlungen, die kolonialen Ursprungs sind. MAXIMILIAN PREUSS (Kassel) stellte die Jagdtrophäensammlung vor, die sich in den Archiven der von 1898 bis 1945 betriebenen Deutschen Kolonialschule Witzenhausen finden. Die Diskussion wurde um mehrere kritische Dimensionen erweitert, als es im letzten Vortrag um die Rasseschädelsammlung aus Marburg ging. KATRIN WEBER (Marburg) zeigte, wie dort ab Ende des 18. Jahrhunderts eine umfangreiche Sammlung an Schädeln aufgebaut wurde, um die Physiognomie und damit verbundene vermeintliche Eigenschaften unterschiedlicher Menschenrassen zu illustrieren.

Auf die Beiträge folgte eine intensive Diskussion des Tagungsthemas, seinen aktuellen Bezug zur wissenschafts-, medizin- und technikhistorischen Forschung sowie Metareflexionen zu Praktiken des Jagens und Sammelns in der Wissenschaft selbst. Daran anschließend wurde aus einem großen Pool an Vorschlägen das Tagungsthema für die Jahrestagung 2026 gewählt: Unsichtbar.

Die Jahrestagung 2026 des Driburger Kreises findet im September 2026 statt. Weitere Informationen dazu sowie der Call for Paper finden sich zu gegebener Zeit auf H-Soz-Kult sowie auf unserer Homepage www.driburgerkreis.de und über unseren Newsletter.

 

Themenwahl für den DK 2026

Driburger Kreis

Der Driburger Kreis organisiert regelmäßig Veranstaltungen für Early Careers aus der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte. Er ist unabhängig und wird geleitet von Early Careers.

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